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Geschichtchen

Geschichtchen aus der Gemeinde - Vorwort

Werner Imbrock
Werner Imbrock

Die Geschichtchen hat unser Historiker Werner Imbrock aus Föckinghausen "ausgegraben". Werner Imbrock hat Genehmigungen in Archiven zu forschen und stößt bei seinen Ausflügen in die Vergangenheit auf manch erstaunliche Begebenheit. Nun ist es so, dass es bei den Geschichtchen nicht unbedingt um urkundliche Historik handelt, es kann sich auch um Legenden handeln, die im Laufe der Zeit durch Erzählungen unserer Vorfahren überliefert wurden. Diese "Geschichtchen" sind genau so interessant, wie die tatsächliche Geschichte. Sie sagen nämlich viel über die Menschen der Gegend aus.

Katholischer Kindergarten für Westerhausen?

Im Frühjahr 1969  hatte die damals finanzkräftige Gemeinde Westerhausen den Wunsch, es müsse dringend ein Kindergarten von der Kirchengemeinde gebaut werden. Außerdem hatten die Bewohner der Vinckenaue die Kirchengemeinde gebeten, einen Mehrzweckraum für Gottesdienste zu schaffen, damit sie nicht mehr mit dem Fahrrad nach Oldendorf zur Kirche fahren müssten.
Nun hatte Westerhausen den Bebauungsplan für das 6500 m2 große Gebiet vorbereitet, nur es fehlte noch die Zusage des Oldendorfer Kirchenvorstandes, dieses Projekt zu verwirklichen. 
An einem Samstagnachmittag im Frühjahr 1969 trafen sich Bürgermeister Aßmann mit ein paar Freunden zu einem Dämmerschoppen in einer vollbesetzten Westerhausener Gaststätte. Sie saßen an einem Tisch in der hinteren Ecke und diskutierten allgemeine Tagesthemen. Plötzlich  rief ein Bürger von Theke ´rüber: „ Heinrich, wann kümp denn nun de Kinnergorden?“ „Dat wet woll nix“ antwortete Heinrich „de Kiarkenvorstand ut Aulendärpe will do nich ran“. „ Un wat makst du dann?“ kam es von Theke. „Jä, dann mot ick woll mit den Gessemsken Pastor kürden, dann kriege wie enen katholsken Kinnergorden“ rief Heinrich Aßmann in seiner unnachahmlichen Art, dass man es bis in die letzte Ecke hören konnte.
Ein paar Tage später hatte der Kirchenvorstand in einer Eilsitzung den Bau des ev. –luth. Kindergartens in Westerhausen beschlossen und in der Augustausgabe des Gemeindeblattes war zu lesen, dass man mit dem Bau noch Ende 1969 beginnen wolle.  
Es war inzwischen Herbst geworden, da traf ich Bürgermeister Aßmann in einer Westerhausener Gaststätte. Während wir an der Theke bei Otto bezahlten, fragte ich ganz vorsichtig: „Heinrich hättest du das damals wirklich gemacht, mit dem Pastor in Gesmold einen katholischen Kindergarten zu bauen?“ Heinrich Aßmann schob sich den Hut in den Nacken, zeigte sein spitzbübisches Grinsen und antwortete: „Jä, man kann ja auk bierden nauhelpen“. 
Werner Imbrock  

Die älteste Kasuchte wird in Oldendorf gefeiert

Kas stammt aus dem Wort Licht. Als Uchte wurde im Althochdeutschen die Zeit während der Morgendämmerung um 5 Uhr bezeichnet. Damals verstand man unter „uchtelen“ morgens bei Licht arbeiten. Unter Kasuchte ist also der Gottesdienst in der Morgendämmerung um 5 Uhr in einer hell erleuchteten Kirche (das Licht während der Uchte) zu verstehen.
In einigen katholischen Kirchen wird dieser Gottesdienst auch als Uchtmesse bezeichnet. Die evangelische Kirche erwähnt die Kasuchte nicht, sondern sie wird als Frühpredigt dargestellt. So wurde Ende des 18. Jahrhunderts in allen Kirchen von Melle/Wittlage am 1. Weihnachtstag um 5 Uhr die Frühpredigt abgehalten. Anfang des 20. Jahrhunderts verlegte man den Beginn gemeinsam (außer Arenshorst) auf 6 Uhr. Nach dem zweiten Weltkrieg erfolgte eine weitere Verschiebung auf 7 Uhr. Dieses bedeutete das Aus der Kasuchte in vielen ländlichen Gemeinden, denn viele Bauern wollten auf die übliche morgendliche Viehfütterung um 7 Uhr nicht verzichten. Daher konzentrierten sich einige Gemeinden verstärkt auf die vorabendliche Christmette.
Der traditionellen Kasuchte am 1. Weihnachtstag blieben nur Arenshorst (5 Uhr) und Oldendorf (6 Uhr) treu. Man hat den Eindruck, dass die Kasuchte mit dem hohen Besucherandrang früher höher bewertet wurde als der Gottesdienst um 10 Uhr. Ein älterer Mitbürger begründete das in plattdeutscher Sprache wie folgt: Ton Geburtstag gradeleden kümp man je auk nich ols letzter. (Zum Geburtstag gratulieren kommt man auch nicht als Letzter) Hinter dieser humorvollen Begründung steckt sicherlich ein Fünkchen Wahrheit. Wann die Kas-Uchte erstmals in Oldendorf abgehalten wurde ist nicht bekannt. Da die Oldendorfer Kirchengemeinde nach der Reformation manche Bräuche aus der vorherigen katholischen Zeit übernahm, schließe ich nicht aus, dass die Oldendorfer Kasuchte so alt ist wie ihre Kirche, also seit Ende des 13. Jahrhunderts.    
Werner Imbrock    

Das Dreikönigsbrot

Ein Dreikönigsbrot für die Armen Nach historischen Unterlagen gab es im 17. Jahrhundert hierzulande eine sehr große Anzahl armer Menschen. Es handelte sich vorwiegend um ältere allein stehende und z.T. kranke Menschen, die am Erwerbsleben nicht mehr teilnehmen konnten. Im Kirchspiel Oldendorf fanden sie Unterkunft in kleinen Hütten und Nebengebäuden der Bauernhöfe. Für die Unterkunft und notdürftige Verpflegung erhielten die Bauern von der Gemeinschaft im Kirchspiel Oldendorf eine Entschädigung aus dem so genannten Armenfond, in den damals alle Erwerbstätigen einzahlten. In dieser schweren Zeit hatte der Tag der Heiligen Dreikönige für die Armen eine besondere Bedeutung. Nach einem alten Brauch backte jeder Bauer (Voll- oder Halberben) am Vorabend ein großes Brot, das dann von den Kirchenvorstehern abgeholt und am Dreikönigstag in der Oldendorfer Kirche unter den Armen verteilt wurde. Geliefert wurden aus Oldendorf 12, Föckinghausen 12, Westerhausen 11, Niederholsten 10 und aus Oberholsten 10 Brote. Hinzu kamen noch 18 Brote von Bauern aus Holzhausen und Hustädte, obwohl sie zum Kirchspiel Buer gehörten. Dieses ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass es sich um einen aus der katholischen Zeit stammenden Brauch handelte, als die beiden Ortschaften vor der Einführung der Kirchspielgrenzen noch zu Oldendorf gehörten. Die Verteilung der Brote fand unter Aufsicht des Vogts aus Buer statt, denn 1683 schreibt er, einer der Verantwortlichen habe sich unrechtmäßig bereichert. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die kirchlichen Abgaben, die zur Unterhaltung der Pfarrei, Küsterei und Kirchenschule dienten, durch eine einmalige Zahlung abgelöst. Die Höhe abgelöst wurde mit dem 25fachen Wert der jährlichen Abgaben festgelegt. Da der Wert des Dreikönigsbrotes mit dem Ablösebetrag einbezogen wurde, fühlten sich die Bauern ab dieser Zeit nicht mehr verpflichtet, alljährlich ein Brot zu backen. So verschwand ein alter Brauch in der Kirchengemeinde Oldendorf, der den Armen sowohl vor als auch nach der Reformation viel Freude bereitet hatte.
Werner Imbrock

Ein Gesmolder wird ev. Pastor in Oldendorf

Der katholische Pastor Kannegießer war vermutlich noch bis 1633 im Amt. Der erste evangelische Pastor war Conradus Aventarius, der im Februar 1634 vom Beauftragten des schwedischen Königs Gustavson, dem Theologieprofessor Johann Gisenius eingesetzt wurde. Aventarius ist vermutlich in der ersten Hälfte des Jahres 1637 gestorben, denn am 22. August 1637 wählten die Oldendorfer ohne Mitwirkung des Archidiakonen von Nehem zu Sondermühlen den aus Gesmold stammenden katholischen Adjunkten Eberhard Sachse (Saxonis) zum ev.- luth. Pastor. Dieser starb aber schon am 1. Mai 1638 und wurde am 3. Mai in Gesmold bestattet.

Über die Beerdigungskosten erhielt der Notar des Archidiakonen folgende Rechnung:
6 ½ Ellen Leinengewand  2 Taler, 2 Schilling;
dem Schulmeister zu Gesmold 10 Schilling;
den Schülern in Gesmold für das Leichenversingen 1 Taler, 7 Schilling;
den Armen gegeben 7 Schilling; ein Schlachtrind 2 Taler, 6 Schilling ;
für Schinkenfleisch und Speck 1 Taler, 4 Schilling, 8 Pfennig;
Brot vom Bäcker 14 Schilling;
in Ockers Hause nach und nach für Bier 5 Taler, 4 Schilling;
fünf Pfund Butter 6 Schilling;
an Saures und Gewürze 6 Schilling.
Gesamt 14 Taler, 3 Schillinge, 8 Pfennig  
(Quelle:Niedersächsisches Staatsarchiv Osnabrück, Rep 563 Gut Sondermühlen)  

Eberhard Sachse ist vermutlich auch ein Opfer der um 1637 in Oldendorf herrschenden Pest geworden. Der Leichenschmaus fand im Hause Ocker statt.
Die Stätte wurde 1897 versteigert, verursacht vom Verwandten Schlüter, der damals wegen Konkursbetruges steckbrieflich gesucht wurde.
Auf der damaligen Stätte befindet sich heute der ehemalige Saal Wesseler. Das Leichenversingen im Trauerhause und am Grabe durch die Schüler der obersten Dorfschulklasse war allgemein üblich und wurde auch in der Oldendorfer Kirchengemeinde bis 1938 praktiziert.
Nachdem 1931 die Schullehrer Schnell, Hüggelmeyer und Meyer aus schulischen Gründen nicht mehr dazu bereit waren, übernahm Dübber dieses Amt bis 1938. Die Ausgaben für den üppigen Leichenschmaus entsprachen etwa dem Jahreshaushalt der Kirchengemeinde. Ursache war vermutlich der Frust über die vorhandenen Zustände in der Region. Die Kämpfe des 30-jährigen Krieges fanden zwar nicht in Oldendorf statt, jedoch die durchziehenden Soldaten beanspruchten für ihre eigene Versorgung sämtliches Vieh von den Bauern.
Dazu kamen die hohen Steuerlasten und letztlich die Schikanen des katholischen Archidiakonen von Nehem, da Oldendorf sich früh der Lutherlehre angeschlossen hatte. Man kann erahnen, warum die Rechnung über die Begräbniskosten so hoch ausfiel. 
Werner Imbrock

Oldendorfer Passionsaltar

Oldendorfer Passionsaltar
Oldendorfer Passionsaltar

Um den Oldendorfer Altar ranken sich zahlreiche Geschichtchen, deren Historik wohl ausgeschlossen werden kann. Hier eine Geschichte, die glaubhaft und logisch erscheint.

 

Oldendorf im Jahr 1523

Eine (fast) glaubhafte Geschichte

An einem grauen Novembertag im Jahr 1523 treffen sich vor der Marienkirche in Oldendorf Johann Freiherr von Vincke zu Kilver und Ostenwalde mit den Kirchenprovisioren und dem Küster Schlüter.
Vincke wird im Oktober 1524 die vom Gut Spyck (Lingen) stammende Anna von Langen heiraten und er möchte aus diesem Anlass der Kirchengemeinde Oldendorf eine besondere Schenkung machen.
Mit einer kleinen Verzögerung trifft der von ihm bestellte Holzschnitzer aus Osnabrück ein und sie betreten nun gemeinsam die Kirche.
Im Innern ist es fast dunkel, denn durch die schmalen hohen Seitenfenster fällt wenig Licht in den Kirchenraum. Der Chor ist durch eine Schranke von der Gemeinde getrennt, da dieser Raum nur den Priestern vorbehalten bleibt. Vorhanden ist nur ein Tisch an der Stirnseite mit einem an der Stirnwand hängendem Kreuz und der Monstranz, die sich auf der linken Seite in einer Mauernische befindet.
Auf Wunsch des Freiherrn soll der Osnabrücker Holzschnitzer einen Passionsaltar mit je vier Seitenreliefs anfertigen. Nach dem Ausmessen erklärt dieser, dass er den Passionsaltar wegen der beengten Platzverhältnisse nicht anfertigen kann und alle sind ratlos.
Dann kommt dem Freiherrn der Gedanke, man könne zwei Szenen auf einem Bild darstellen. Der Holzschnitzer sagt dann widerwillig ja.
Wenige Tage vor der Hochzeit schafft es der Osnabrücker Holzschnitzer noch den Passsionsaltar mit je zwei Seitenreliefs aufzustellen.
Die Vertreter der Kirchengemeinde bedanken und verbeugen sich dreimal bei dem Freiherrn und versprechen das wertvolle Geschenk in Ehren zu halten. Um den Altar vor Verschmutzungen zu schützen, werden sie diesen nur zu besonderen Anlässen öffnen.

Werner Imbrock


Unsere nächsten Gottesdienste


Monatsspruch September 2017 aus Lukas 13,30

Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und es sind Erste, die werden die Letzten sein.

Sonntag, 24. September 2017 - 15 Sonntag nach Trinitatis -

10:00 Uhr Kirche, Gottesdienst mit dem Song- und Gospelchor "Cheerful Voices" unter der Leitung von Christina Hindersmann, mit Pastor Ralf Halbrügge
11:30 Uhr Kirche, Taufgottesdienst mit Pastor Ralf Halbrügge


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