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Predigten

Predigt zum Sonntag Kantate, 10.05.2020 von Pastor Ralf Halbrügge

Online-Predigt am 10.5.2020 - "Kantate"

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus, Amen.

Liebe Gemeinde, liebe Leserinnen und Leser,

heute, am 10. Mai, ist der Sonntag Kantate. Das bedeutet: "Singet". Da ist es fast schon skurril, dass ab heute wieder Gottesdienste erlaubt sind, uns aber das Singen im Gottesdienst verboten, sagen wir, davon abgeraten wurde. Vielleicht dürfen wir ja leise singen... Können Sie sich einen Gottesdienst ohne Gemeindegesang vorstellen? In unserer Gemeinde - wie auch in Petri und Paulus - beginnen wir ja ohnehin erst nächsten Sonntag. Das ist dann der Sonntag "Rogate". Das bedeutet "Betet" und das Beten ist meines wissens bis jetzt noch nicht verboten.

Das Corona-Virus und die Folgen bringen wirklich eigenartige Handlungsempfehlungen mit sich und ich bin sehr gespannt, wie sich unser Gottesdienstleben - wie überhaupt unser Gemeindeleben - in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt.

Für mich gibt es drei wesentliche Dinge für die Ausgestaltung meiner christlichen Existenz: Das Lesen und Hören des Wortes Gottes, der Bibel, das Beten und den Gesang, die Musik.

In den Liedern, die wir singen, drücken sich unsere Emotionen aus. Wir haben Lieder für fröhliche Tage, die unsere Freude noch verstärken und wir haben Lieder für traurige Tage, die uns zum Weinen bringen. Lieder begleiten uns unser Leben lang und mir tun die Menschen leid, die mit Gesang und Musik nichts anfangen können. Ich bin der festen Überzeugung, dass Gott durch die Musik zu uns spricht. Das kann, aber muss ja nicht immer Johann Sebastian Bach sein, das kann in meinem Fall auch ein Song von Johnny Cash oder etwas anders sein. Gerade gestern habe ich die Sinfonie Nr. 9, "Aus der neuen Welt", von Antonin Dvorak gehört, die mich, obwohl schon so oft gehört, immer wieder zu Tränen rührt, auch wenn sie vordergründig nichts mit Gott zu tun hat.

Musik kann uns begeistern, Verspannungen lösen, Lasten leichter werden lassen und uns auf eine Ebene führen, die wir intellektuell nicht mehr erfassen können. Und alle Studien belegen, dass Menschen, die regelmäßig Musik hören oder -  noch besser - regelmäßig singen, glücklichere Menschen sind. Das gilt natürlich nicht für jede Musik, aber angeblich wirkt es sich auf die charakterliche Entwicklung eines Menschen positiv aus, wenn er schon im Bauch der Mutter Mozart vorgepielt bekommt. Ob das stimmt, weiß ich nicht, aber es ist eine schöne Geschichte, an die ich glauben möchte.

Heute also ist der Sonntag "Kantate" und vielleicht können Sie ja heute zuhause, im Garten oder im Wald, mal wieder laut singen. Singen befreit.

Auch in dem Predigttext, der für den 10. Mai in diesem Jahr vorgeschlagen wurde, geht es um das Singen und um Musik. Es wird im 2. Buch der Chronik im Alten Testament über die Einweihung des Tempels vor etwa 3000 Jahren in Jerusalem berichtet. Ich erspare Ihnen hier die historischen Einzelheiten. Nur so viel: Unter dem großen König David wurde der Tempel in Jerusalem, der "Ort, an dem Gott wohnt", geplant, doch zur Vollendung kam der Bau des Tempels dann erst unter seinem Sohn Salomo. Die Einweihung des Tempels war ein Großereignis, ein Glaubensfest. Hatten die Gläubigen vorher die sogenannte "Stiftshütte", die groß, aber transportabel war, in der liturgische Feiern Gott zur Ehre abgehalten wurden, bekam sie nun mit der großen Tempelanlage auf dem Berg Zion einen Ort, in dem die "heiligen Geräte", wie z.B die "Bundeslade" mit den 10 Geboten auf zwei Steintafeln, aufbewahrt werden und Gott angebetet und verherrlicht werden konnte.

Unser Predigttext beschreibt nun die Einweihungsfeierlichkeiten, 2. Chronik 5,2-5.12-14:

2 Da versammelte Salomo alle Ältesten Israels, alle Häupter der Stämme und die Fürsten der Sippen Israels in Jerusalem, damit sie die Lade des Bundes des HERRN hinaufbrächten aus der Stadt Davids, das ist Zion.
3 Und es versammelten sich beim König alle Männer Israels zum Fest, das im siebenten Monat gefeiert wird.
4 Und es kamen alle Ältesten Israels, und die Leviten hoben die Lade auf
5 und brachten sie hinauf samt der Stiftshütte und allem heiligen Gerät, das in der Stiftshütte war; es brachten sie hinauf die Priester und Leviten.
...
12 und alle Leviten, die Sänger waren, nämlich Asaf, Heman und Jedutun und ihre Söhne und Brüder, angetan mit feiner Leinwand, standen östlich vom Altar mit Zimbeln, Psaltern und Harfen und bei ihnen hundertundzwanzig Priester, die mit Trompeten bliesen.
13 Und es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und danken dem HERRN. Und als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man den HERRN lobte: »Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig«, da wurde das Haus des HERRN erfüllt mit einer Wolke,
14 sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus Gottes.  

Liebe Gemeinde, liebe Leserinnen und Leser,

alles, was Rang und Namen hatte, war damals versammelt. Alle waren auf den Beinen und die Menschen feierten ein großes Glaubensfest. Alle haben sich zur Ehre Gottes schick gemacht, es wird gesungen, Musik erfüllt den Raum, 120 Priester spielen die Trompeten. Und in Vers 13 lesen wir: "Und es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und danken dem Herrn." Es herrschte Einigkeit, Gemeinschaft, man sang mit einer Stimme. Und das Haus wurde erfüllt von der "Herrlichkeit des Herrn". Durch die Musik, durch den Gesang, durch die Gebete, spürten und erlebten die Menschen damals die Anwesenheit Gottes im Tempel. Es muss für jeden anwesenden Gläubigen ein wunderbares, großartiges Ereignis gewesen sein.

Gott kommt zu den Menschen und fast scheint es so, als hätte Gott sich damals durch die wunderbare Musik, durch den harmonischen und schönen Gesang anziehen lassen und mitgefeiert.

Ihr Lieben,

bis wir wieder große Glaubensfeste feiern können, wird es noch eine Zeit dauern. Ich denke z.B. an das Kreisposaunenfest bei uns im nächsten Jahr. Wenn wir jetzt in den nächsten Wochen wieder Gottesdienste feiern, werden sie kleiner sein, bescheidener, unter Auflagen. Wenn aber unser Gesang schon leise sein muss, auf ein Minimum reduziert, dann darf aber die Orgel umso lauter gespielt werden, dann darf aber unser Gebet umso intensiver sein, dann darf aber unsere Verkündigung umso klarer sein, dann darf aber unsere Gemeinschaft umso fester sein.

Ich freue mich - trotz allem - darauf, wieder Gottesdienste feiern zu können, zur Ehre Gottes. Am Ende kommt es ja auch nicht auf die Lautstärke an, sondern darauf, ob wir mit dem Herzen feiern und bereit sind, uns für Gott zu öffnen und ihn in unser Leben zu lassen.

Lasst uns zusammen das Beste aus dieser Situation machen, geben wir Jesus Christus die Ehre, in den Gottesdiensten in unserer St. Marienkirche, zuhause vor den Fernsehgottesdiensten, in stillen Gebeten in den Zimmern oder Kirchen und in der Art und Weise, wie wir unseren Alltag als Christen gestalten.

Vielleicht hören Sie heute, am Sonntag "Kantate", schöne Musik, singen allein oder mit ihrer Familie, beten, sagen Gott einfach das, was Sie bewegt, oder genießen den Garten und die Natur. Auch dabei kann die Herrlichkeit des Herrn Ihnen begegnen. Ich wünsche es Ihnen!

Gott segne und beschütze Sie, Amen.

Allen Müttern wünsche ich einen gesegneten Muttertag!  

Kantate, 10.05.2020

Pastor Ralf Halbrügge

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